Spenden für Afghanistan

Seit mehr als 30 Jahren ist Afghanistan von einem Krieg heimgesucht, der vor allem ein Opfer kennt: die Zivilbevölkerung. Waren es zunächst die sowjetischen Truppen, die 1980 das Land besetzten, so intervenierten nach dem 11. September 2001 die internationalen US-geführten Streitkräfte, um im Krieg gegen den Terror die Taliban zu vertreiben. Gelungen ist das bis heute nicht. Die Schätzungen, wie viele Opfer die letzte Phase dieses Krieges seit 2001 zu beklagen hat, gehen weit auseinander. Klar ist, dass rund 3.000 Soldaten der Koalition in Afghanistan ums Leben kamen, darunter mehr als 50 Angehörige der Bundeswehr.

Weitaus schwieriger sind jedoch die Schätzungen zu den Zahlen der zivilen Opfer in Afghanistan. Internationale Hilfsorganisationen, die sich für das Land engagiert um Spenden bemühen, gingen 2008 von mehr als 2.500 zivilen Opfern aus. In den von dem Enthüllungsportal Wikileaks im Juli 2010 veröffentlichten geheimen militärischen Papieren war dagegen eine Auflistung enthalten, wonach zwischen 2004 und 2009 bereits mehr als 24.000 Tote als unmittelbare Folge des Krieges zu beklagen waren. Und der von der Vereinten Nationen im Jahr 2010 veröffentlichte Jahresbericht nannte 2.777 zivile Opfer, die in jenem Jahr in Afghanistan ums Leben gekommen waren.

Welche Zahl auch immer richtig sein mag: Die Situation für die Menschen im Land ist dramatisch. Seit 1980 sind mehr als sechs Millionen Menschen aus Afghanistan geflohen und haben Zuflucht im benachbarten Pakistan oder im Iran gesucht. Zwar wurden rund vier Millionen Menschen bei ihrer Rückkehr durch die Vereinten Nationen unterstützt, doch noch immer sind es mehr als zwei Millionen Afghanen, die nicht in ihre Heimat zurück können. Sie, aber auch die Menschen im Land, sind dringend auf Spenden angewiesen. Jede Spende hilft, den Alltag und das Überleben vor Ort zu bewältigen.

Aber auch das Errichten von Wohnraum oder vom Brunnen bis hin zur Finanzierung von Schulen oder Krankenhäusern in den äußerst armen und oftmals stark zerstörten Regionen des Landes ist ein wertvoller Beitrag. Nicht zuletzt werden Spenden genutzt, um zivilgesellschaftliche Strukturen zu stärken. Das Bild von der Rolle der Frau ist in der islamischen Republik ein gänzlich anderes als in Deutschland. Das Selbstverständnis zur Bedeutung der Familie oder der Relevanz kultureller Angebote ist in Afghanistan mit dem deutscher Werte nicht zu vergleichen. Wenn Menschenrechts- und Hilfsorganisationen mit ihren Spenden also gemeinnützige Projekte fördern, so stärken sie nicht nur das Projekt an sich. Sie setzen damit auch ein Zeichen für eine tolerante Gesellschaft.

Jeder Euro hilft. Noch ist nicht klar, wie die Zukunft dieses Land aussehen wird. Wenn die internationalen Truppen, darunter auch Deutschland, bis 2014 aus dem Land abziehen, so ist heute noch vieles offen. Je früher jedoch belastbare Strukturen geschaffen werden, die in dem Land ein friedliches und würdevolles Leben ermöglichen, desto mehr ist den Menschen vor Ort geholfen.

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Ein Kommentar zu Spenden für Afghanistan

  1. Sandy Klas sagt:

    http://www.betterplace.org

     DA BIN ICH DRAUF GES­TOßEN VIELLEICHT HIL­FT ES IHNEN. Bitte den Link weiterschick­en!

     http://www.zeit.de/karriere/beruf/2010-01/fundraising-praxis-ausbildung

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